David Both kommt zum NTSV
David Both kommt zum NTSV

David Both kommt

 

Neben Nico Patschinski, Jan-Phillip Meier (beide Vertrag bis 2015) und Davide Pedroso-Busu (Vertrag bis 2016) kommt auch David Sebastian Both an den Sachsenweg. Der 23-jährige Angreifer spielte zuletzt in Moisling und konnte sich zuvor bei Lübeck, Concordia, Bramfeld und Vier- und Marschlande seine Meriten verdienen.

Herzlich Willkommen, David!!


Alexander Laas im Interview mit dem Niendorfer Wochenblatt 26.02.2014

Ex-Profi Alexander Laas läuft seit der Winterpause für den Niendorfer TSV auf - der Verein, in dem seine Laufbahn einst begann Foto: kk
Ex-Profi Alexander Laas läuft seit der Winterpause für den Niendorfer TSV auf - der Verein, in dem seine Laufbahn einst begann Foto: kk

Zurück zu den Wurzeln

Alexander Laas kehrt nach seiner Profikarriere zum Niendorfer TSV zurück

26.02.2014

 

Nach vielen Jahren in der Bundesliga und Stationen beim Hamburger SV, dem VfL Wolfsburg und RB Leipzig beendete Alexander Laas im Jahr 2013 seine Karriere als Profi. In der Jugend spielte Laas beim NTSV, der Kontakt zu diesem Verein riss aber nie ab. Teammanager Marcus Scholz holte ihn im Winter nach Niendorf, wo er die Mannschaft in der Oberliga verstärkt. Das Niendorfer Wochenblatt hat mit Alexander Laas gesprochen. Er gibt sich offen für das, was auf ihn zukommt.

 

Niendorfer Wochenblatt: Seit der Winterpause sind Sie in Niendorf, wie war Ihre erste Zeit beim NTSV?

Alexander Laas: Es hat viel Spaß gemacht. Ich bin hier in eine motivierte Mannschaft gekommen.

 

NW: Wie wurden Sie im Team aufgenommen?

Laas: Sehr gut. Wir haben viele angenehme Charaktere in der Mannschaft, das passt. Die Stimmung ist gut und es macht Spaß.

 

NW: Sie sind in Niendorf sozusagen fußballerisch groß geworden, wieso kehren Sie erst jetzt zu Ihrem ersten Verein, dem Niendorfer TSV zurück?

Laas: Das war auf jeden Fall auch ein Grund dafür, dass ich zurückgekommen bin. Ich bin in Niendorf aufgewachsen und deswegen jetzt wieder hier.

 

NW: Welche sportlichen Perspektiven sehen Sie für sich persönlich beim NTSV?

Laas: Sportlich habe ich nicht mehr die großen Ambitionen, sonst wäre ich weiter Profi geblieben. Aber mal sehen, was die Saison so bringt.

 

NW: Der NTSV ist bekannt für eine umfangreiche und erfolgreiche Jugendarbeit. Was können Sie den jungen Spielern im Team mit auf den Weg geben?

Laas: Das wird sich zeigen. Ich bin noch zu frisch hier, um das sagen zu können. Am Ende liegt es an jedem selber und wir haben auch kompetente Trainer, die werden den Spielern schon genug erzählen.

 

NW: Das erste Rückrundenspiel hat das Team gewonnen, es läuft gut momentan. Will das Team in der Liga nun nochmal angreifen?

Laas: Wir wollen erst mal von Spiel zu Spiel gucken und dann schauen wir mal, wo es hingeht. Das erste Spiel lief jetzt ganz ordentlich, aber es ist eigentlich noch nichts passiert. 

 

NW: Im Trainerteam ist mit Bastian Reinhardt ein ehemaliger Mitspieler von Ihnen. Kann die Mannschaft von der Profi-Erfahrung, die Sie beide mitbringen, profitieren?

Laas: Ich denke schon. Natürlich schadet das nicht. Aber wir sind nicht die einzigen. die Ahnung von Fußball haben. Ob Trainer oder Spieler, das ist ein gutes Team, jeder hat seine Stärken und Schwächen und wir ergänzen uns ganz gut.

 

NW: Vielen Dank für dieses Gespräch.

 

Quelle: www.nie-wo.de


Bericht Hamburger Abendblatt vom 13.02.2014 / Mirko Schneider

Foto: Michael Rauhe
Foto: Michael Rauhe

Prominente Hobbykicker haben in Hamburg Hochkonjunktur

Zahlreiche ehemalige Profis wie Nico Patschinski, Christian Rahn oder Marius Ebbers lassen ihre Karriere in den Hamburger Amateurligen ausklingen - aus unterschiedlichsten Beweggründen.

 

von Mirko Schneider 

 

Hamburg. Nico Patschinski hat zunächst noch etwas Wichtiges zu erledigen. "Ich möchte der C-Jugend Guten Tag sagen", erklärt der frühere Bundesligastürmer des FC St. Pauli und eilt auf den Kunstrasenplatz am Sachsenweg. Die Jungs freuen sich. Patschinski wird vielleicht bald ihr Trainer. Wenn es seine Zeit zulässt. Vom Geld, das er bei der Torejagd für den Oberligaclub Niendorfer TSV verdient, kann er nicht leben. Also arbeitet er als Paketbote für den Express-Dienst DHL in Altona. "Ich fahre in einem schicken gelben Wagen herum und mache die Menschen glücklich", berichtet er fröhlich. 38,5 Stunden die Woche.

Fußball ist nur noch sein Hobby. 28 Bundesliga- und 153 Zweitligaspiele hat er auf dem Buckel, für zwölf Vereine auf 14 Stationen in 20 Jahren Karriere die Knochen hingehalten. Am Millerntor besiegte Patschinski mit St. Pauli am 6. Februar 2002 Bayern München mit 2:1. Sein Treffer zum 2:0 half vor 21.000 vollkommen euphorischen Fans mit, den Mythos vom "Weltpokalsiegerbesieger" zu schaffen. An diesem Freitag um 19.30 Uhr läuft Patschinski am Sülldorfer Kirchenweg im Stadion Waldesruh auf. Sein Niendorfer TSV gastiert in der Oberliga Hamburg bei der SV Blankenese. Vielleicht kommen 200 Zuschauer.

Ebenfalls im Niendorfer Team steht dann auch der ehemalige HSV-Profi Alexander Laas, der zu Saisonbeginn zu seinem Jugendverein NTSV zurückgekehrt ist. Der frühere Sportchef der Rothosen, Bastian Reinhardt, steht als Trainer an der Seitenlinie. Doch nicht nur in Niendorf kicken bekannte Ex-Stars statt in vollen Stadien auf Bezirkssportplätzen. Die aktuell prominentesten Amateurfußballspieler in Hamburg heißen Fabio Morena (HSV II, Regionalliga Nord), Christian Rahn (St. Pauli II, Regionalliga Nord) und Marius Ebbers (VfL 93, Landesliga Hammonia). Im zarten Alter von 49 Jahren brachte in der vergangenen Saison Claus Reitmaier im Kasten von Halstenbek-Rellingen die Stürmer in der Oberliga Hamburg mit starken Paraden in Serie zur Verzweiflung.

Schon Anfang der 80er-Jahre lockte der Hummelsbütteler SV gegen Bares eine illustre Schar früherer HSV-Größen wie Georg Volkert, Horst Blankenburg und Peter Hidien in seine Mannschaft. Sie sorgten fast für den Durchmarsch in die Zweite Liga – bis 1986 kein Geld für die Stars mehr da war. HSV-Torwartlegende Uli Stein gab im Jahr 2000 mit 45 Jahren gegen den Eichholzer SV (3:1) sein Comeback im Tor des VfL Pinneberg. Er hatte es Manager Detlef Kebbe für den Notfall versprochen.

"Fans in Blankenese sind mehr wert"

 

Aber warum tun sich der 37 Jahre alte Patschinski und die anderen das an? Sicher spielen Geld oder eine Einstiegsmöglichkeit in einen "bürgerlichen Beruf" eine Rolle, doch Patschinski findet die Frage nicht ganz passend. "Die Fans, die morgen in Blankenese sind, sind vielleicht sogar mehr wert als die, die auf der großen Welle reiten. Statt auf Sky die Bundesliga, schauen sie sich ihren Amateurverein an. Für diese Leute strenge ich mich genauso an wie für 80.000 Menschen in einem ausverkauften Stadion."

Geld sei nicht sein Hauptmotiv, obwohl er durch einige Fehler wie das Zocken in Kasinos einige Rücklagen aufgebraucht habe. "Ich spiele jetzt hier Fußball, weil ich in Niendorf wohne und es mir Freude macht", betont Patschinski. Dafür quälte er sich im letzten Jahr sogar nach einem Schien- und Wadenbeinbruch plus Kreuzbandanriss durch die Reha. Verletzungen, die er bei seiner letzten Station BFC Dynamo Berlin erlitten hatte. Seinem Mitspieler Laas half der NTSV auf der Suche nach einer Lehrstelle als Bankkaufmann.

"Man muss jeden Fall individuell betrachten", sagt Fabio Morena. Es gebe viele Gründe, warum Profis ein paar Ligen tiefer spielen würden. Bei seinem von einigen St.-Pauli-Fans kritisch gesehenen Wechsel von Sandhausen zum HSV II spielte die berufliche Planung eine entscheidende Rolle. "Ich sehe meine Zukunft als Trainer oder Manager, und meine Erwartungen sind voll erfüllt worden. Ich bin als Führungsspieler ein Fixpunkt für die jungen Spieler hier, kann Erfahrungen weitergeben und lerne bei einem renommierten Verein eine Menge dazu."

Ähnlich argumentiert Rahn, der kürzlich die A-Lizenz bestand und irgendwann "in den Trainerbereich bei St. Pauli einsteigen" möchte. Sein berufliches Standbein bereits aufgebaut hat sich Ebbers mit seinem Klamottenladen auf der Schanze. Als Grund für den Wechsel zum VfL 93 nannte er "den schönen Platz, meinen Bock auf Fußball und die vielen mir bekannten Mitspieler. Außerdem", so Ebbers etwas derbe, "fühlt es sich geil an, wenn man nach einem Spiel so im Arsch ist." Bleibt nur noch die Frage nach dem würdigen Abgang. Die prominenten Spieler wollen noch kein Datum nennen – aber Patschinskis Meinung würden sie wohl alle unterschreiben: "Wenn ich vorwärts laufe und die anderen mich im Rückwärtsgang überholen, höre ich auf."

Quelle: www.abendblatt.de