Bastian Reinhardt im Gespräch mit dfb.de vom 06.02.2014

Bastian Reinhardt: "Hier ist der Fußball noch unverfälscht"

Beim Niendorfer TSV an der Seitenlinie: Der ehemalige Bundesligaprofi Bastian Reinhardt © Oliver Jensen
Beim Niendorfer TSV an der Seitenlinie: Der ehemalige Bundesligaprofi Bastian Reinhardt

Bastian Reinhardt kennt den Profifußball mit all seinen Facetten. Insgesamt 166 Bundesligaspiele bestritt der Abwehrspieler für Arminia Bielefeld und den Hamburger SV. Nach Karriereende war er zunächst Sportchef des HSV, später Nachwuchsleiter. Nun hat für den 38-Jährigen ein neues Kapitel begonnen.

Als Inhaber einer B-Trainerlizenz sammelt er erste Erfahrungen an der Seitenlinie. Nicht im Profifußball, sondern in der Hamburger Oberliga beim Niendorfer TSV. "Ich mache nun das, was ich nach meiner aktiven Laufbahn ohnehin machen wollte", sagt er zufrieden. Hätte es im Mai 2010 nicht das Angebot gegeben, direkt in den Sportvorstand des Bundesligisten einzusteigen, hätte er seine Trainerlaufbahn schon früher begonnen.

"Bastian ist sehr umgänglich"

Mit entsprechend viel Enthusiasmus geht er seine neue Aufgabe beim NTSV an. Bei den dreimal wöchentlich stattfindenden Trainingseinheiten ist er hochkonzentriert, stachelt seine Spieler immer zu noch besseren Leistungen an. Danach ist er wieder der Kumpeltyp und hat gerne einen lockeren Spruch auf den Lippen.

"Bastian ist sehr umgänglich und strahlt eine natürliche Autorität aus, weil er als Fußballer viel geleistet hat", sagt Teammanager Marcus Scholz. Als Sportredakteur des Hamburger Abendblatts kennt er Reinhardt seit rund zehn Jahren, hat ihn daher auch nach Niendorf geholt. "Scholli hatte zuvor öfter versucht, mich als Fußballer für Niendorf zu gewinnen. Da musste ich ihm leider eine Abfuhr erteilen", erzählt Reinhardt schmunzelnd: "Aber als Trainer ist der Verein natürlich eine tolle Option für mich."

Zusammenarbeit per Handschlag geregelt

Gemeinsam mit Cheftrainer Frank Hüllmann sowie Assistent Ali Farhadi bildet Bastian Reinhardt ein Trio. Offiziell ist der Ex-Profi Co-Trainer. Dadurch steht er weniger in der Pflicht und kann bei anderen Fußballvereinen hospitieren. Im Februar zum Beispiel bei der Nachwuchsabteilung des FC Basel.

Im Mittelpunkt soll dennoch der Niendorfer TSV stehen. Einen Vertrag gibt es nicht, auch eine finanzielle Entschädigung hat Reinhardt abgelehnt. Trotzdem möchte er zumindest ein Jahr beim Amateurverein an der Seitenlinie stehen. Momentan rangiert seine Truppe auf Tabellenplatz neun: "Wir haben viele junge Spieler und wollen ihnen die Möglichkeit geben, sich hier weiterzuentwickeln."

Er selbst dient dabei als ideales Vorbild. Als 21-Jähriger spielte Reinhardt ebenfalls in der Oberliga, debütierte erst mit 26 in der Bundesliga. "So eine Karriere ist aber mittlerweile die Ausnahme. Um Bundesligaprofi zu werden, sollte man ein Nachwuchsleistungszentrum durchlaufen", sagt er. Den Sprung in die Regionalliga oder sogar die 3. Liga traut er einigen Spielern des NTSV allerdings zu. "Letztendlich ist es eine Frage der Mentalität, wie sehr sich jemand verbessern möchte und wie sehr derjenige alles andere dem Fußball unterordnet", so Reinhardt.

"Der Fußball ist hier noch unverfälscht"

Beim Niendorfer TSV gibt es nicht nur junge Spieler, die gerne im Profifußball aktiv wären. Auch etwas ältere Akteure, die das längst hinter sich haben, stehen im Kader. Stürmer Nico Patschinski war unter anderem beim FC St. Pauli aktiv, Mittelfeldspieler Alexander Laas beim VfL Wolfsburg und Hamburger SV. Mit Letzterem hat Bastian Reinhardt in der Bundesliga zusammengespielt. Gemeinsam wissen sie nun die Vorteile des Amateursports zu schätzen.

"Hier ist der Fußball noch ganz unverfälscht", sagt Reinhardt: "In der Bundesliga ist der ganze Zirkus drumherum enorm. Jeden Tag werden die Zeitungen mit Berichten über die Vereine zugepflastert. Immer muss über etwas geschrieben werden - selbst wenn es eigentlich gar nichts zu berichten gibt. Dadurch tritt der Fußball manchmal in den Hintergrund." Im Amateurfußball hingegen gehe es einzig und allein um den Sport. "Die Jungs haben einfach Spaß daran. Auch wir Trainer können Dinge ausprobieren, ohne dass wir allzu sehr unter einem öffentlichen Druck stehen", fügt er hinzu.

Duell aus seiner aktiven Zeit: Reinhardt (r.) im HSV-Trikot gegen Bayerns Ribéry © Bongarts/GettyImages
Duell aus seiner aktiven Zeit: Reinhardt (r.) im HSV-Trikot gegen Bayerns Ribéry

Zukunft nicht zwingend im Profifußball

In Ruhe mit den Spielern arbeiten, sie weiterentwickeln, ihnen möglichst viel mit auf den Weg geben - genau das macht für Bastian Reinhardt den Reiz der Trainerfunktion aus. Seine Zukunft sieht er nicht zwingend im Profifußball. Die Nachwuchsarbeit reizt ihn mindestens genauso: "Es wäre eine schöne Aufgabe, mit jungen Talenten zu arbeiten, denen man viel vermitteln kann. Junge Spieler saugen alles wissensbegierig auf. Das wäre eine tolle Aufgabe für mich."

Der Trainerjob im Amateurfußball ist für ihn die ideale Vorbereitung darauf. Und wer weiß: Vielleicht läuft Bastian Reinhardt auch als Spieler noch einmal auf. "Eigentlich möchte ich das auf ein Minimum beschränken. Aber wenn bei uns wirklich Not am Mann ist, würde ich natürlich aushelfen", sagt er.

Quelle: www.dfb.de


Hamburg d. 12. Januar 2014

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Niendorfer TSV gibt hiermit bekannt, dass der ehemalige HSV-, Wolfsburg- und Red-Bull-Profi Alexander Laas an den Sachsenweg wechselt. Der 29-Jährige einigte sich mit dem Oberligisten Niendorfer TSV auf einen 3,5-Jahresvertrag. „Alex ist in Niendorf eine Größe, er ist hier aufgewachsen – vor allem auch fußballerisch im Niendorfer TSV“, freut sich Manager Carsten Wittiber. „Alex ist genau der Typ, den unsere sehr junge Mannschaft als Führungsspieler braucht. Unserem Ziel, den Kader für die Oberliga innerhalb der nächsten Jahre aus dem eigenen Nachwuchs zu stemmen bringt er uns noch einen Schritt näher.“ Immerhin spielte Alexander Laas von 1990 bis 2000 in Niendorf, ehe er über den HSV den Sprung in den Profifußball schaffte, dem er im Sommer 2013 bei RB Leipzig den Rücken kehrte.

 

34 Bundesligaspiele, weit über 100 Regionalligaeinsätze, dazu Erfahrungen im UI- und Uefa-Cup sowie in der Champions League hat Laas vorzuweisen. Logisch, dass so eine Personalie Interessenten auf den Plan ruft. „Es gab tatsächlich einige sehr nette, interessante Angebote aus höheren Klassen“, freut sich Alexander Laas, der seinen Blick allerdings voll auf eine fundierte berufliche Zukunft gerichtet hat. Über Verbindungen des Niendorfer Hauptsponsors Jörg Stehn sowie über U23-Trainer Michael Lemke hat Alex Laas bereits Kontakt zu Ausbildungsbetrieben aufgenommen. „Dank der Hilfe von Michi und Jörg bin ich sehr optimistisch“, so Laas, „und ich will für meine Familie eine gesicherte Zukunft. Dafür brauche ich eine gute Ausbildung. Aber auch ohne diese Hilfe des Vereines war es für mich nie einen Gedanken wert, als Amateur woanders zu spielen“, so Laas, der über die Jahre hinweg engen Kontakt zu seinen Niendorfer Bekannten hatte. „Hier bin ich zu Hause.“

 

„In Niendorf passt einfach alles für mich. Das Umfeld ist wie gewohnt sehr familiär und dazu noch sehr ambitioniert mit einer spielerisch starken Mannschaft und einem tollen Umfeld. Hier hat sich sehr viel Gutes getan, seit ich weg bin. Und es ist noch sehr viel mehr drin. Dabei möchte ich helfen. Ich freue mich auf meine alte Heimat mit neuen Kollegen und einem Trainerteam, das mir schon in der noch sehr kurzen Zeit der Vorbereitung den Spaß am Fußball zurückgebracht hat.“

 

Mit Bastian Reinhardt trifft Laas in Niendorf sogar auf einen ehemaligen Mitspieler vom HSV. „Dass Basti dabei ist hat mir die eindeutige Entscheidung sogar noch leichter gemacht. Basti wird dem Niendorfer TSV mit seiner Erfahrung und vor allem als Typ weiterhelfen.“ Der ehemalige HSV-Verteidiger war es auch, der im Doppelpass mit Scholz den Neuzugang fix machte. „Die beiden haben mich immer wieder angerufen und erzählt, wie viel Spaß es in Niendorf macht. Irgendwann musste ich einfach ja sagen“, lacht Laas, der am Sonnabend beim Hallenturnier in Sasel bereits seinen ersten Auftritt als Niendorfer hatte – seit seinem Weggang im Juli 2000.

 

„Alex ist ein extrem gutes Beispiel für unsere Nachwuchsspieler, um zu sehen, was sie erreichen können, wenn sie ihren Weg mit uns gehen. Denn eines ist klar: der Niendorfer Weg wird in Zukunft verstärkt mit Niendorfern gegangen werden“, so Cheftrainer Frank Hüllmann. Passend dazu wurden vor dieser Serie drei U19-Spieler den Sprung in die Oberliga genommen haben und bereits jetzt in der Winterpause weitere vier U19-Spieler hochgezogen wurden. „In Niendorf wächst dank der hervorragenden Jugendarbeit mit qualitativ hochwertigen Trainern etwas richtig Gutes heran“, ist sich Hüllmann sicher. „Dieser Verein hat das Potenzial, aus sich selbst weiter zu wachsen. Und dazu zählt ab sofort zum Glück auch Alex, der für viele junge Spieler als Vorbild dienen wird. Er ist für unsere jungen Talente, das merkt man schnell, eine echte Identifikationsfigur. Hier freut sich jeder auf ihn.“

 

 

 

 

Mit sportlichen Grüßen

 

Carsten Wittiber, Marcus Scholz

 

 

 


Sepehr "Zippa" Nikroo
Sepehr "Zippa" Nikroo

Sepehr Nikroo wechselt aus dem Team Niendorf (Oberliga / U19 A.-Regio-Nord) zum FC Rot Weiss Erfurt (3.Liga).

Wir freuen uns sehr und wünschen Sepehr "Zippa" Nikroo alles Gute und viel Erfolg.

 

Mehr unter News.

 


Francis Adomah
Francis Adomah

Talent Nummer zwei schafft den Sprung aus Niendorf nach oben

Nach Francis Adomah, der sich bis Juni 2015 dem Bundesliganachwuchs des HSV anschloss und ab sofort in der Regionalliga aufläuft, wechselt auch Sepehr Nikroo vom Niendorfer TSV nach oben. Unser Offensivtalent unterschrieb heute beim FC Rot-Weiß Erfurt einen Vertrag bis Juni 2015. Zudem sicherte sich der Drittligist eine Option auf zwei weitere Vertragsjahre.

Wir, die Fußballabteilung des Niendorfer TSV, freuen uns darüber, zwei große Talente auf dem Weg nach oben zu sehen. Wir wünschen beiden allen Erfolg der Welt und sind stolz darauf, dass und vor allem in welchem Umfang unsere Nachwuchsarbeit Früchte trägt. Es ist für uns nicht nur eine tolle Bestätigung, sondern vor allem auch  Motivation, den Weg über die eigene Nachwuchsförderung 


Bastian Reinhardt / NDR
Bastian Reinhardt / NDR

Zwei Ex-HSV Profis beim NTSV

Die Niendorfer verstärken sich mit Bastian Reinhardt und Alexander Laas

29.01.2014

Zwei starke Neuzugänge zauberte die Führung des Niendorfer Oberliga-Teams in der Winterpause aus dem Hut. Bastian Reinhardt als Trainer und Mittelfeldspieler  Alexander Laas werden die Mannschaft ab sofort unterstützen.

 

Alexander Laas spielte schon in der Jugend beim Niendorfer TSV, wurde vor seiner Profilaufbahn dort ausgebildet. Über Stationen beim HSV und dem VfL Wolfsburg kehrt der 30-Jährige zurück zu seinem ersten Verein. „Ich bin durchgehend in Kontakt mit ihm geblieben, habe ihn immer wieder angerufen und jetzt ist er wieder da“, sagt NTSV Manager Marcus Scholz über die Verpflichtung. Auch Bastian Reinhardt spielte für den HSV in der Bundesliga und bildete viele Jahre das Zentrum der Defensive beim Hamburger Proficlub. Der NTSV ist für Reinhardt die erste Beschäftigung als Trainer. Er wird das Team gemeinsam mit Rückkehrer Frank Hüllmann coachen. „Er arbeitet gerne mit jungen Spielern aus dem Nachwuchs und ist selbst Hamburger“, sagt der NTSV-Manager. Ideal also für die Niendorfer, die ihr Oberligateam vorrangig mit selbst ausgebildeten Spielern verstärken wollen. Zum Oberliga Auftakt im neuen Jahr am 14. Februar ist die Erwartungshaltung beim Tabellenneunten dementsprechend groß. „Natürlich darf man etwas mehr erwarten, solche Transfers senken sicher nicht das Niveau“, sagt Marcus Scholz.  kk

 

Quelle: www.niendorfer-wochenblatt.de